e5 ist ein bereits seit 1998 laufendes, erfolgreiches Programm, das Gemeinden ermuntert und unterstützt, ihre Energiepolitik zu modernisieren, Energie effizienter zu nutzen, Klimaschutzziele festzulegen und auch zu erreichen und erneuerbare Energieträger verstärkt einzusetzen. Beim e5-Programm handelt es sich nicht um ein Projekt, das einmalig in der Gemeinde durchgeführt wird, sondern vielmehr um ein fundiert geplantes, durchdachtes, kontinuierliches Programm, das unterschiedliche kleinere Umsetzungs-Projekte initiiert, die gut aufeinander abgestimmt sind. Damit kann sicher gestellt werden, dass die Maßnahmen, die umgesetzt werden, um Energie effizienter zu nutzen und den Anteil erneuerbarer Energieträger zu steigern, auch wirklich nachhaltig sind.

Bild: Das Allhartsberger Energieteam mit den Gemeindebetreuern DI Matthias Komarek und Ing. Ignaz Röster.

Kennzeichen einer e5-Gemeinde

Gemeinden, die am e5-Programm teilnehmen, haben gemeinsame Merkmale:

  • In einer e5-Gemeinde wird durch die Teilnahme am e5-Programm ein kontinuierlicher Prozess in Gang gesetzt, der zum Ziel hat, Energie sinnvoller und effizienter zu nutzen.
  • e5-Gemeinden verfügen zur Umsetzung des e5-Programmes über unabhängig tätige e5-Teams.
  • Eine e5-Gemeinde formuliert konkrete energiepolitische Ziele und stellt zu ihrer Umsetzung die dafür notwendigen personellen und budgetären Mittel zur Verfügung.
  • Das energiepolitische Programm wird regelmäßig überprüft und entsprechend den Fortschritten und Notwendigkeiten angepasst und ergänzt.
  • Eine e5-Gemeinde ist bereit, ihr Wissen und ihre Erfahrungen im Rahmen der regelmäßigen Erfahrungsaustausch-Treffen mit anderen Programmgemeinden zu teilen.
  • Eine zertifizierte und ausgezeichnete e5-Gemeinde verpflichtet sich, sich spätestens nach 3 Jahren einer neuerlichen Bewertung zu unterziehen.


Niederösterreichs energieeffizienteste Gemeinden starten durch

e5-Auszeichnungen für Allhartsberg, Ober-Grafendorf, Bisamberg, Pressbaum und Ternitz Medieninformation der Energie- und Umweltagentur NÖ, 20. November 2013

Die Marktgemeinde Allhartsberg ist seit vielen Jahren bemüht Akzente in Richtung erneuerbarer Energie und auch in Richtung Energieeinsparung zu setzen. Bereits im Jahr 2000 trat Allhartsberg dem Klimabündnis bei. Konkrete Schritte in Richtung Nachhaltigkeit wurden nach dem Kauf und der entsprechenden Widmung des Südhanggebietes mit der Fernwärmeanschlusspflicht, sowie mit dem Anschluss aller öffentlichen Gebäuden an das Fernwärmenetz gesetzt!

Mit gutem Beispiel geht die Gemeinde auch bei vielen anderen Vorhaben voran: Die gelungene energetische Sanierung der Volks- und Hauptschule, die "Alternativheizung" des Kindergartens Kröllendorf und der Sportanlage, der Aufbau von PV-Anlagen auf allen Gemeindegebäuden sowie die Förderungen der Gemeinde für energieeffizientes Bauen und erneuerbare Energien geben ein gutes Zeugnis davon.
Sehr ernst genommen wird auch das Thema Mobilität in der Gemeinde: Mit der Errichtung des Kommunikationszentrum werden die "kurzen Wege" im Ort unterstützt, ein gemeindeeigenes Elektroauto für Essen auf Rädern wurde angeschafft. Ebenfalls wird dem Bau von behindertengerechten Fußwegen im Ortszentrum große Aufmerksamkeit geschenkt. Die Teilnahme am e5-Programm ist somit ein international entwickeltes Qualitätsmanagementsystem, das Gemeinden dabei unterstützt, ihre Energiepolitik zu modernisieren, Energie effizient zu nutzen und Klimaschutzziele festzulegen.
Allhartsberg trat 2012 bei und ist somit eine von insgesamt 10 Gemeinden in ganz Niederösterreich, die am e5-Programm teilnehmen.
Die Marktgemeinde Allhartsberg wurde von September bis Oktober 2013 von einem externen Auditor zertifiziert.
Am 19. November 2013 wurde Allhartsberg mit vier anderen Gemeinden aus Niederösterreich mit den begehrten "e" im Rahmen einer Veranstaltung in St. Pölten ausgezeichnet.
Allhartsberg erhielt auf Anhieb drei "e" und hat mit einem Umsetzungsgrad von 54 % mehr als die Hälfte der Umsetzungsmöglichkeiten im Energie- und Klimaschutzbereich erreicht und liegt somit nicht nur im österreichischen, sondern auch im internationalen Spitzenfeld. Mit dem Energieleitbild, das Allhartsberg ausgearbeitet und im Gemeinderat beschlossen hat, kann sicher gestellt werden, dass auch in Zukunft Maßnahmen umgesetzt werden, um Energie effizient zu nutzen und den Anteil erneuerbarer Energieträger zu steigen.

Weitere Informationen zur e5-Gemeinde gibt es auf www.umweltgemeinde.at/e5

ENERGIEKONZEPT - Energiesituation in Allhartsberg analysiert

Studenten der FHWN Campus Wieselburg wurden beauftragt die Energiesituation der Gemeinde näher zu analysieren und eine umfassende Ist- und Potential-Analyse zu erstellen. Nun liegen die ersten Ergebnisse vor.

„Ziel ist es, festzustellen wo die nächsten Schritte für eine erneuerbare Energiezukunft in der Gemeinde gesetzt werden. Wir haben viele Idee aber durch das Energiekonzept können wir eine Prioritätenliste erstellen, um so gezielt Schwerpunkte zu erarbeiten.“, so LAbg BGM Anton Kasser.

Die Analyse umfasst alle Verbräuche der Gemeinde von den öffentlichen Gebäuden, privaten Haushalten, Landwirtschaft sowie von der Industrie. Dadurch ergab sich ein Gesamtbild bei denen die Energieverbräuche dargestellt werden. Der gesamte Energieverbrauch der Gemeinde (48.965 MWh/a) setzt wie folgt zusammen:

  •  48% Heizen

  • 29% Strom

  • 23% Verkehr

     

Die Gemeinde kann stolz auf sich sein. Bereits 58% des Wärmeverbrauchs werden durch die örtliche Nahwärme sowie durch Biomasse-Heizungen erzeugt. Unter anderem sind alle öffentlichen Gebäude an die Nahwärme-Anlage angeschlossen.

Rund 25% der Wärme in der Gemeinde wird allerdings noch mit Heizöl bereitgestellt. Daher gilt es vor allem die alten, ineffizienten Ölheizungen Schritt für Schritt in der Gemeinde zu minimieren zum Beispiel durch die Umstellung auf Wärmepumpen. Dadurch kann der Energieverbrauch gesenkt werden und umweltschädliches Heizöl vermieden werden.

Die Potentiale auf dem Gemeindegebiet liegen vor allem im Bereich der Photovoltaik zur Stromproduktion zur bei Solarthermischen Anlagen zum Heizen.


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Das e5-Team mit den Studenten der FHWN Campus Wieselburg.
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Das e5-Team v.l.n.r.: Jürgen Waser, Karin Schildberger (Mobilitätszentrale Mostviertel, nö-regional), Anton Kasser, Leopold Teufel, Wolfgang Voglauer, Johann Heigl, Roland Gruber, Leopold Kromoser, Anita Reichl, Ludwig Stolz und e5-Betreuerin Lucia Eder von der Energie- und Umweltagentur NÖ.

e5-Team stellt sich dem nächsten Audit

2013 fand das letzte Audit für die Gemeinde Allhartsberg statt. Dabei konnten 54% erreicht werden, dass einer Auszeichnung von 3 e´s entspricht. Zusätzlich erhielt die Gemeinden den European Energy Award in Silber.

2017 stellt sich die Gemeinde erneut einer externen Auditierung bei der ein externer Auditor die Qualität der umgesetzten Energiemaßnahmen in der Gemeinde überprüft. Dazu hat sich das e5-Team neue Maßnahmen für das Jahr 2017 überlegt. Die Vorhaben reichen von Mobilität bis hin zur Bewusstseinsbildung für Schüler:

  • Umstellung des Stromtarifes bei Gemeindegebäude auf 100% Ökostrom

  • Erstellung eines Energieberichtes für die gemeindeeigenen Gebäude

  • Berechnung von Energieausweisen für die gemeindeeigenen Gebäude

  • Schulworkshop zum Thema „Erdöl“ bei dem die Kinder über die Auswirkungen von Erdöl informiert werden

  • Umsetzung eines E-Carsharings Projektes

  • Schnupperticket für den öffentlichen Verkehr

  • Einrichtung einer FairTrade Arbeitsgruppe

  • Laufende Informationsarbeit zu Energie-Themen in der Gemeindezeitung

 

Im Sommer 2017 findet das Audit statt. Erklärtes Ziel ist es die Punkte zu steigern, um insgesamt 4 e´s zu erreichen.


Energie-Bericht für Allhartsberg

 

Damit der Energieverbrauch aller beheizten Objekte im Gemeindebesitz erfasst werden kann, stellt das Land Niederösterreich den Gemeinden und ihren Energiebeauftragten das Energiebuchhaltungssystem EMC zur Verfügung. Rund 510 Gemeinden setzen das Programm bereits ein, mehr als 21.500 Zähler in rund 5.000 öffentlichen Gebäuden und Anlagen liefern regelmäßig Verbrauchswerte.

Allhartsberg zählt zu den Gemeinden, die auch heuer wieder mit Hilfe der Daten einen Energie-Bericht erstellen konnte. „Der Bericht liefert uns wichtige Erkenntnisse über den Energieverbrauch von öffentlichen Gebäuden und Anlagen in unserer Gemeinde. Er zeigt Einsparpotentiale auf und macht so die Planung von Verbesserungsmaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz möglich“, freut sich LAbg BGM Anton Kasser.

Die Gebäude der Gemeinde sind alle an die Biomasse-Nahwärmeanlage angeschlossen oder mit Biomasse-Heizungen versehen. Im Bereich Strom wurde auf 100% Ökostrom umgestellt, sodass die Gebäude nun alle CO2-neutral sind.

Handlungsbedarf gibt es im Bereich des Stromverbrauches. Vor allem das Naturbad benötigt sehr viel Strom. Nun gilt es kosteneffiziente Maßnahmen zu finden, um den Stromverbrauch zu minimieren.
Die Straßenbeleuchtung wird zur Gänze auf LED umgestellt, wodurch Einsparung von bis zu 20-30% erzielt werden können.